Die Gospelgruppe - Da Capo

Mitte der 1980er Jahre beschloss der Verein „neue Wege“ zu gehen, um jüngere Leute für das Singen zu begeistern. Man ging davon aus, dass anderes, modernes Liedgut auch andere Sängerinnen und Sänger aktivieren würde.

 

Und so gründete sich 1986 auf Initiative von Ingo Weidenbach, Klemens Weil und Bernhard Schmitz eine neue Chorgruppe: die Gospelgruppe. Aber schon nach kurzer Zeit wurde ein neuer Name gefunden: "Chorensemble Da Capo", heute nur noch "Da Capo". Anfangs waren es 12 Sängerinnen und Sänger, heute besteht die Gruppe aus mehr als 35 Aktiven, die zu fast der Hälfte nicht mehr aus Wernborn kommen, sondern aus Wehrheim, Neu-Anspach und Usingen. Geprobt wird immer donnerstags von 20.00 bis 22.00 Uhr im Probenraum der Eichkopfhalle.

Zuerst lag der Schwerpunkt auf dem Singen von Gospels und Spirituals, aber im Laufe der Jahre wurde das Repertoire vielseitiger. Heute singt der Chor Gospels, alte und neuere Folksongs aus aller Herren Länder, internationale Hits, Film- und Musicalmelodien, mittelalterliche und moderne geistliche Lieder aus Deutschland und anderen Teilen der Welt. Gerne wird der Chor für Auftritte bei Weihnachtsmärkten und Hochzeiten sowie bei kirchlichen und anderen Feiern auch außerhalb Wernborns gebucht.

Das Chorensemble Da Capo  aus Wernborn 1998
Das Chorensemble Da Capo aus Wernborn 1998

Zu Beginn wurde die Gruppe von Bernhard Schmitz geleitet, 1989 löste ihn Friedhelm Heid als Dirigent ab. In dieser Zeit feierte der Chor seine ersten Erfolge und trat zum Beispiel im Dom zu Erfurt auf. Ende 1994 trat Friedhelm Heid aus Altersgründen zurück und Markus Schopf übernahm 1995 den Chor. Nach vier Jahren folgte Martin Schubert als Chorleiter und seit dem Frühjahr 2005 wird Da Capo von Andreas Mlynek geleitet.

 

Bei der Chorgruppe kam und kommt nie Langeweile auf. So wurden zum Beispiel 1996- laut Bericht bei der Jahreshauptversammlung - 22 Auftritte absolviert.

 

Das 10-jährige Bestehen des Chores wurde groß gefeiert: Die Konzerte am 9. und 10. November 1996 unter dem Motto „ I Saw The Light“ in der Kirche St. Pankratius waren ausverkauft und es gab „Standing Ovations“. Ein Teil des Erlöses aus den Konzerten wurde der Kinderkrebsstation Peiper in der Universitätsklinik Gießen überreicht, deren Leiter Prof. Lambert sich sehr über die 3000 DM freute.

Plakat für das  Konzert von Da Capo in Wernborn 1996
Plakat für das Konzert von Da Capo in Wernborn 1996

Im Jahr 2000 gab Da Capo wieder zwei Konzerte: in der Kirche St. Pankratius in Wernborn sowie in der Felsenkirche St. Karl Borromäus in Schmitten. Die Hälfte der Spenden ging an Misereor. Das 15-jährige Bestehen im Jahr 2001 feierte der Chor ebenfalls mit zwei Konzerten im Mai in Eschbach und in Wernborn. Es gab im selben Jahr aber auch noch zwei Konzerte mit dem Regenbogenchor aus Bad Nauheim, der ebenfalls sein 15-jähriges Bestehen feierte: In Kransberg und im Rosensaal in Steinfurth (Bad Nauheim). Da Capo wird sich auch gern an ein Konzert in Oberschmitten 2002 erinnern, das in der Kulisse eines aufgelassenen Steinbruchs stattfand.

 

Ein besonder schöne Konzerte gab Da Capo im Mai 2002 in der Kirche St. Laurentius in Usingen und in der Kirche St. Marien in Bad Homburg. Im selben  Jahr gestaltete Da Capo auch den Festgottesdienst in der Wernborner Dorfkirche mit, als die Turngemeinde ihr 100-jähriges Bestehen beging. Es wurden Auszüge aus der „Spatzenmesse" von W. A. Mozart gesungen.

 

Eines Abends im Mai 2005 wurde die Probe abrupt unterbrochen, als ein Reporterteam des hr3 in der Tür stand. Wernborn war um 19.45 Uhr in der Hessenschau „gezogen“ worden. Es sollte ein Portrait des Dorfes erstellt werden. AIDA hieß die Serie damals – Aufbruch in den Alltag. Heute bekannt als „ das dolle Dorf“, in dem hessische Gemeinden mit mehr als 500 und weniger als 2000 Einwohnern vorgestellt werden. Natürlich wurde nicht weiter geprobt, sondern den Damen und Herren bei den Recherchen geholfen und Kostproben des „Wernborner Platt“ gegeben. Da Capo musste ein Lied so zu sagen in Endlosschleife singen, womit die Sendung dann musikalisch unterlegt wurde. Diesmal also wirklich (immer wieder) „von vorn“ , was der Name „Da Capo“ ja auch bedeutet. Am Samstag darauf wurde der Filmbeitrag gesendet.

 

Das Frühlingskonzert im Mai 2004 in der Kirche St. Laurentius in Usingen stand unter dem Motto „Wir können gar nicht singen“ und die Zuhörer waren hinterher fest davon überzeugt, dass diese Aussage so nicht stimmte. Manchmal gibt sich der Chor nicht so ganz ernst...

Plakat für das Konzert von Da Capo in Usingen 2004
Plakat für das Konzert von Da Capo in Usingen 2004

Im Jahr 2006 stand wieder ein Jubiläum an: Da Capo wurde 20 Jahre alt. Und wieder gab es ein großes Konzert, diesmal in der Eichkopfhalle: "Oh Happy Day". Mit "Autumn Leaves" im Jahr 2009 gab Da Capo ein Benefizkonzert gemeinsam mit der Irish Folk Band "Stringdance". Hier gingen die Einnahmen von 1200€ an die J. P. Schäfer-Schule für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche in Friedberg.

Da Capo Konzert in der Eichkopfhalle in Wernborn 2006
Da Capo Konzert in der Eichkopfhalle in Wernborn 2006. Foto pz

Das nächste Highlight war das Konzert 2011 anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Chores: "25 Jahre und kein bisschen leise". Man merkte den Beteiligten an, wie viel Freude sie am Singen hatten und auch das Publikum ging immer wieder mit.

Plakat für das Jubiläumskonzert von Da Capo 2011
Plakat für das Jubiläumskonzert von Da Capo 2011. Foto: pz
Da Capo beim Jubiläumskonzert in Wernborn 2011
Da Capo beim Jubiläumskonzert in Wernborn 2011. Foto: pz

Im März 2015 konnte Da Capo den nächsten Erfolg feiern mit Melodien aus Musical und Film. Es gab "Standing Ovations" und für den Chorleiter Andreas Mlynek entsprechend dem Titel des Konzerts einen eigenen "Oscar", als Dank für 10 Jahre engagierte Chorleitung. Nicht nur wegen des hervorragenden Auftritts sondern auch weil es während der zweiten Konzerthälfte in der Halle plötzlich dunkel wurde, wird dieses Konzert besonders in Erinnerung bleiben. Die Scheinwerfer waren ausgegangen, wegen Überlastung einer Stromleitung. Die Sängerinnen und Sänger, sowie auch Hanno Lotz, der die Gruppe am Keyboard begleitete, ließen sich nicht aus dem Konzept bringen und beendeten den Liedvortrag - ohne Licht. Ganz wie die Profis: The Show must go on. Mancher im Publikum dachte, der Lichtausfall sei Teil des Programms.

Plakat für das Konzert von Da Capo  in der Eichkopfhalle 2011
Plakat für das Konzert von Da Capo in der Eichkopfhalle 2011
Konzert von Da Capo in Usingen Wernborn 2015
Da Capo Konzert 2015. Foto: pz

In den letzten Jahren hat Da Capo sein Repertoire immer mehr erweitert; die Auftritte finden immer mehr außerhalb Wernborns statt: Hessentag in Oberursel, Landesgartenschau in Gießen, Hospiz in Niederreifenberg, Hessenpark in Neu-Anspach, Weihnachtsmärkte in Bad Homburg, Usingen und Neu-Anspach. Auch bei Galaabenden anlässlich der Treffen mit Gästen aus den Partnerschaftsstädten Usingens Chassieu und Overbetuwe hatte Da Capo diverse Auftritte.

 

Zur Weiterbildung und zur Einstimmung auf die Konzerte geht Da Capo fast jedes Jahr ein Wochenende lang in "Klausur" meist in eine Jugendherberge.

Der Chor Da Capo aus Wernborn beim Probenwochenende 2014
Der Chor Da Capo aus Wernborn beim Probenwochenende 2014. Foto privat